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Verifikation von Superzellen

Für eine eindeutige Verifizierung einer Superzelle reichen Aufnahmen aus der Natur nicht aus, es sind Radarbilder notwendig, um einen Verdacht eindeutig bestätigen zu können. Andererseits reichen auch Radarbilder alleine in manchen Fällen nicht aus, und es müssen Beobachtungen aus der Natur hinzugezogen werden.

Deutschland verfügt über ein nahezu flächendeckendes Radarnetz mit einem jeweiligem Einsatzradius von ca. 128 Kilometern 1 . Sachsen liegt im Radius von drei Stationen – Dresden, Neuhaus in Thüringen, sowie Eisberg im Nordosten Bayern. Deren Aufzeichnungen sind insbesondere für die Analysen des zweiten Teils relevant, wenn die Zugbahn von Superzellen auf dem Radarbild thematisiert wird.
Unter optimalen Bedingungen ist eine Superzelle als einzelne Zelle auf dem Radarbild sichtbar, die bei längerer Beobachtung durch ihre Langlebigkeit auffällig wird. Wenn sich die Superzelle im Zusammenhang mit einer Squall Line bildet, ist eine weitere Eigenschaft gut zu beobachten: Die Zugbahn der Superzelle weicht meist von der Hauptströmungsrichtung ab. Dabei kann die Geschwindigkeit im Vergleich zu anderen Objekten auf dem Radarschirm schwanken.
Im Zentrum der Superzelle ist die Radarreflektivität besonders hoch und kann Werte von bis zu 70 dBz erreichen, die durch die hohe Konzentration von Hydrometeoren im Kernbereich gegeben ist. Die nebenstehende gibt dies wieder.
Mittels einer schematischen Darstellung werden weitere strukturelle Eigenschaften offenbar.
Die Farbe Grün steht in dieser Abbildung für mäßigen, Gelb für starken Regen, Rot entspricht Hagel. Deutlich ist zu sehen, wie der Niederschlag vom Zentrum nach außen hin abnimmt.
Auf dieser Grafik lassen sich zwei Besonderheiten erkennen: Zum einen die sogenannte „V-Notch“ an der Vorderseite, zum anderen ein „Hook-Echo“ .
Die auch als „V-Kerbe“ bezeichnete V-Notch tritt nicht nur bei Superzellen auf, sondern ist auch teilweise bei anderen Gewittern auf dem Radar sichtbar. Ihre Erscheinen wird als Anzeichen für divergierende Strömungen um den Hauptaufwind aufgefasst.
Das Hook-Echo (deutsch: „Hakenecho“, manchmal nur als „Hook“ bezeichnet) entsteht als Radarreflexion durch eine „starke Rotation des Gewitteraufwindes hin, wodurch der Niederschlag hakenförmig aus dem Abwind, genauer dem FFD, getragen wird 2 . Es tritt an der Rückseite der Zelle auf und wird als Anzeichen für die erhöhte Wahrscheinlichkeit der Bildung eines Tornados gesehen, denn es besteht die Möglichkeit, dass sich der Abwindschlauch bis zum Boden fortsetzt. Es gibt jedoch Diskussionen über die Zuverlässigkeit des Hooks als Indiz 3 .
Tornados werden auf Dopplerradarbildern als kleinräumige Objekte sichtbar, die durch ihre hohe Geschwindigkeit und Rotation auffallen. Doch auch für das Radar kann ein Tornado durch den RFD verdeckt werden. Gerade kleinere Tornados mit einer Lebensdauer von wenigen Minuten können leicht übersehen und im Nachhinein nur durch Schadensanalysen in der Natur verifiziert werden.
In der Natur ist vor allem die Wallcloud gut zu beobachten, bei der eine Eigenrotation und leichte Verjüngung nach oben zu erkennen ist. Darüber liegt die niederschlagsfreie Basis.
Aus dem richtigen Winkel ist der Inflow Tail an der Wallcloud sichtbar.
Wichtig ist ein gewisser Abstand zur Superzelle, denn aus nächster Nähe ist das Gebilde in seiner Gesamtausmaße nicht erkennbar und der Beobachter läuft Gefahr, in den Niederschlagsbereich zu gelangen. Falls dies der Fall ist oder sich der Niederschlagsbereich zwischen Beobachter und Mesozyklon befindet, ist die Beobachtung nahezu unmöglich.
Teilweise sind bei der Superzelle auch der getrennte Auf- und Abwindbereich erkennbar, die ebenfalls beide rotieren.



Direkte Quellen:
1 URL:
http://www.deutscher-wetterdienst.de/lexikon/download.php?file=Radarverbund.pdf
[Abrufdatum: 11.12.2010]

2 URL:
http://www.frontgewitter.de/index.html
[Abrufdatum: 13.10.2010]

3
Vgl. Dahl, J.: „Superzellen – Dynamik und Vorhersage“. Diplomarbeit. Freie Universität Berlin 2006, S. 31

Weitere Quellen:
Die gesamte Quellenangabe befindet sich am Ende der Untersuchung unter folgendem Link.

Letzte Aktualisierung: 25.06.2011 18:17:00
© Jan-Philipp Wulfkühler, Josef Kaiser
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